Quantcast
Channel: Kommentare zu: 1996 – das Jahr, als Europa das erste Mal starb
Viewing all articles
Browse latest Browse all 15

Von: Georg

$
0
0

Meiner Meinung nach fehlt noch der Hinweis darauf, dass mit der unterirdischen Lohnentwicklung der Binnenmarkt stagnierte und dementsprechend keine Investitionen im Inland getätigt werden konnten. Das schöne, viele Geld, das bei den Arbeitgebern hängenblieb, haben die brav zu den Banken getragen. Aber die wussten auch nicht wohin damit…

Also haben sie das Geld in europäische und außereuropäische Ausland getragen – und irgendwas musste, verdammt nochmal, damit angestellt werden, damit die Renditeerwartungen der deutschen Bankkunden erfüllt werden konnten. Und so wurden in Athen Eulen gezüchtet und in Spanien Hotels gebaut.

Und dieses aggressiv vagabundierende Geld wurden durch Kredite der Banken noch weiter gehebelt… Ganz platt: Auf 100.000 Euro Anlagevermögen haben sich Anleger nochmal 100.000 Euro dazugepumpt, weil die Anlage gutes Geld versprach. Und die Bank hat selber nochmal 200.000 dazu angelegt, um eigene, andere Produkte zu stützen. Die gute Anlage ist dann – wie in der Dot.Com-Blase – mit Geld förmlich vollgekotzt worden.

Und mit Billigkrediten der EZB versuchen Banken jetzt die Fehlinvestitionen zu retten. Da fehlt mir jede Vorstellungskraft, wie das langfristig gehen soll – zumal es ja keinen Markt in Europa gibt, in dem man Geld anlegen möchte oder auch nur kann. Mittlerweile gibt es Sparverträge auf Banken, die 0,2% Verzinsung haben.

Die Amerikaner haben das gleiche Problem (Lohnzuwächse unter Produktivität/Inflation), deswegen ist dort eben im Inland die Immobilienblase entstanden, weil das Geld zu wenig Anlagemöglichkeiten im Inland fand.


Viewing all articles
Browse latest Browse all 15